Palmsonntagsprozession

Palmsonntagsprozession

29.03.26 - 29.03.26

Palmsonntagsprozession

Am Palmsonntag, den 29. März, findet im Archeon diese mittelalterliche Darstellung des Einzugs Jesu in Jerusalem statt, ausgehend vom Kloster in der Stadt Gravendam. Erwachsene und Kinder im Archeon können daran teilnehmen: beim Verteilen von Palmzweigen helfen, Gewänder ausbreiten, Apostel und Jünger darstellen und singend mitgehen. Früh am Morgen hat der Bäcker bereits kleine Brot-Hähnchen gebacken. Die Kinder schmücken damit und mit weiteren Leckereien ihren selbstgemachten Palmpasenstab.

Programm folgt.

Die Geschichte der Palmsonntagsprozession

Ende des vierten Jahrhunderts wurde in Jerusalem der Einzug Jesu mit einer Prozession gefeiert. Eine spanische Pilgerin, Egeria, berichtete, was sie sah: Am Palmsonntagnachmittag versammelten sich die Gläubigen auf dem Ölberg. In Anwesenheit des Bischofs wurden Lieder gesungen und Bibelstellen gelesen. Nachdem aus dem Evangelium die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem vorgelesen worden war, zog der Bischof, gefolgt von den Gläubigen, in die Stadt ein. Dabei wurde immer wieder derselbe niederländische Gesang angestimmt (wie ihn die Minderbrüder von Archeon während der Prozession in gregorianischer Weise singen). Die Kinder trugen Zweige von Palmen oder Olivenbäumen. Dieser Brauch verbreitete sich später im gesamten Christentum.

Während solcher Prozessionen wurde Jesus durch den Bischof oder einen Priester dargestellt. Häufig nahmen auch „Apostel“ (zwölf ältere Männer) sowie ein Esel (der sogenannte Palmezel) an der Prozession teil. Manchmal wurde Jesus durch eine Figur dargestellt, die auf einem Esel saß. Die Jesusfigur war mit einem kostbaren Mantel bekleidet, und der Esel, der auf Holzrädern stand, wurde von Männern gezogen. Während der Prozession schwenkten die Zuschauer vom Priester geweihte Palmzweige. Die Palmsonntagsprozession genoss bis zur Reformation hohes Ansehen.

Abbildung: Palmezel mit Jesus (Rijksmuseum Twenthe)

Im Archeon zeigen die Minderbrüder aus dem Kloster Gravendam gemeinsam mit den Bewohnern dieser ur-holländischen Stadt, wie eine solche Prozession früher ablief. Da in unserem nördlichen Klima keine Palmen wachsen, werden immergrüne Buchsbaumzweige verwendet. Zusammen mit Bürgern, Zünften und Würdenträgern der Stadt ziehen die Brüder in Prozession durch die Straßen und feiern die Ankunft des „Königs“ in Jerusalem.

Die Minderbrüder in ihren braunen Kutten, Anhänger des Franziskus von Assisi, erzählten Geschichten aus dem Leben Jesu. Dabei nutzten sie das szenische Darstellen von Situationen (z. B. die Krippe) und Theater. Heute wird der Einzug in Jerusalem dargestellt.

Kinder – und auch Eltern, wenn sie möchten – sind eingeladen, an dieser mittelalterlichen Darstellung des Einzugs Jesu in Jerusalem teilzunehmen. Auf halber Strecke der Palmprozession findet die Palmpasen-Kinderprozession statt. Dann können die Kinder ihren geschmückten Stab von Standort 27 mitnehmen.

Geschichte der Palmpasen-Kinderprozession

Früher trugen Kinder bei dieser Prozession in der Regel keine Palmzweige, sondern einen Palmpasenstab. Dieser bestand aus einem zugeschnittenen Zweig mit drei, fünf oder mehr Seitentrieben (später entstand die Kreuzform) und war mit Grün (meist Buchsbaum), Nüssen, Rosinen, getrockneten Äpfeln, Pflaumen, Feigen und anderen Leckereien geschmückt. Oben wurde ein Brot in Form einer Brezel oder eines Vogels (Hahn oder Schwan) angebracht oder ein Brotring (für Mädchen) am Stab befestigt.

Die Palmpasenprozession entstand aus einer Verbindung eines kirchlichen Brauchs (dem Gedenken an den Einzug Jesu in Jerusalem) und einer vorchristlichen Maibaumfeier, bei der ein Maibaum als Symbol der Wachstumskraft der Natur durch die Gemeinschaft getragen wurde. Die Prozession, an der Kinder und Erwachsene teilnahmen, wurde Mitte des 17. Jahrhunderts verboten. Im 19. Jahrhundert geriet das Fest in Vergessenheit. Erst 1921 fand wieder eine Palmpasenprozession mit geschmückten Stäben statt, nun ausschließlich für Kinder. Andere Orte folgten bald, und in den 1930er Jahren wurde die Palmpasen-Kinderprozession wieder populär.

Im Archeon haben Kinder die Möglichkeit, selbst einen Palmpasenstab herzustellen. Nach der Palmprozession ziehen sie mit ihrem Stab durch das mittelalterliche Gravendam.

Ostersymbolik

Im Palmpasenstab verbinden sich christliche und vorchristliche Symbolik. Die grünen Zweige verweisen auf den Einzug Jesu in Jerusalem, das Brot auf die Einsetzung der Eucharistie (das Letzte Abendmahl) am Gründonnerstag, das Kreuz auf das Leiden und Sterben Jesu am Karfreitag und der Brothahn auf Petrus als Mahnung, wachsam zu bleiben.

Gleichzeitig erinnert der Palmpasenstab an vorchristliche Fruchtbarkeitsfeste, mit denen zu Beginn des Frühlings neues Leben in der Natur gefeiert wurde. Junges Grün kündigte den Frühling an, Teig stand für Keimkraft, Eier symbolisierten neues Leben, und der Brothahn galt als Zeichen für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit (wenn die Sonne aufgeht, kräht der Hahn). Feigen, Rosinen und andere Leckereien wiesen auf Fruchtbarkeit hin. In Fruchtbarkeitskulten spielten runde Formen wie Kränze oft eine Rolle. Der Kreis symbolisierte den Kreislauf des Jahres und des Lebens.

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