Johannes-der-Täufer-Prozession

Johannes-der-Täufer-Prozession

21.06.26 - 21.06.26

Johannes-der-Täufer-Prozession

Besucher, die das Mittelalter erleben möchten, laden wir herzlich ein, an der Johannes-der-Täufer-Prozession in Gravendam teilzunehmen. Laufen Sie in der Prozession mit – als begeisterte mittelalterliche Vertreter der Stadt Gravendam und ihrer Zünfte.

Am 24. und 25. Juni verändern sich mit dem Erscheinen von Johannes dem Täufer, dem Vorläufer, die Dinge. Auch in der Natur. Die Sonne steht an ihrem höchsten Punkt. Die Aussaatzeit für die meisten Pflanzen ist vorbei.

In der Region rund um Gravendam gibt es die Redewendung:
„Nach Sint Jan nimmt das Meer keine Schauer mehr an.“
Gewitter ziehen dann nicht mehr aufs Meer hinaus. Außerdem sagt man:
„Mit Sint Jan dreht sich das Blatt um.“
Sint Jan kennzeichnet einen Übergang.

Heute, am Sonntag 21. Juni, veranstalten wir daher eine Prozession aus dem 14. Jahrhundert mit Fahnen, Bannern, Musik und Tanz. Angeführt wird die Prozession vom Prozessionskreuz, das mit Johanniskraut geschmückt ist.

Machen Sie mit:
Kinder und Erwachsene, die die Vergangenheit erleben möchten, sind eingeladen, in der Prozession mitzulaufen (und zu tanzen) – als begeisterte mittelalterliche Vertreter der Stadt Gravendam und ihrer Zünfte.

Beginn: 13:00 Uhr, siehe Tagesprogramm
Treffpunkt: Minderbrüderkloster

Für die aktuellsten Informationen und eventuelle Änderungen: Bitte beachten Sie das Tagesprogramm.


Geschichte

Quellen berichten, dass der Mittsommer im Mittelalter am 24. Juni, dem Festtag von Johannes dem Täufer, gefeiert wurde. Er war also ein bedeutender Heiliger. Denn im Heiligenkalender werden nur drei Geburtstage gefeiert: der von Jesus am 25. Dezember, von Maria am 8. September und von Johannes dem Täufer am 24. Juni. In Archeon feiern wir dieses Fest am Sonntag um den 21. Juni.

Die christlichen liturgischen Feste und Bräuche sind eng mit der uns umgebenden Natur verbunden. Die Stellung von Sonne und Mond, die Jahreszeiten, Tag und Nacht, Wüste und fruchtbares Land, Leben und Tod haben darin ihren Platz und ihre Bedeutung – mit einem Verweis auf den Schöpfer des Universums.

Ein Beispiel dafür: Am 25. März verkündet der Engel Gabriel Maria, dass sie vom Heiligen Geist überschattet werden wird. Zu diesem Zeitpunkt war ihre Cousine Elisabeth seit sechs Monaten schwanger. Drei Monate später, am 24. Juni, wird Johannes geboren. Sechs Monate später, am 25. Dezember, wird Jesus geboren (siehe Lukas 1,26).

Wie bei vielen christlichen Festen lassen sich im Hintergrund auch vorchristliche Elemente erkennen. Ein Beispiel dafür sind die Johannisfeuer, die als Verehrung der Sonne und/oder als Symbole vorchristlicher Opfer gedeutet werden können. In der Bibel sagt Johannes der Täufer, dass nach ihm jemand kommen wird, der mit Wasser und Feuer tauft. Feuer reinigt, Feuer erhellt den Geist und wärmt das Herz. So scheint eine Verbindung zwischen vorchristlicher und christlicher Symbolik entstanden zu sein.


Johanniskraut

Auch das Johanniskraut ist von christlichen und vorchristlichen Elementen umgeben. Der rote Saft der Pflanze soll entstanden sein, als während der Enthauptung von Johannes Blut auf die Pflanze fiel. Deshalb wurde dem Kraut eine große Kraft zugeschrieben, die sogar den Teufel überwinden könne. Der rote Saft wird in Volkserzählungen auch mit dem Blut Christi in Verbindung gebracht.

Im Volksglauben schützt das Kraut vor Gewitter und Blitz, hilft Mädchen dabei, den erträumten Partner zu finden, und sorgt dafür, dass Kühe mehr Milch geben, wenn der Bauer es über ihr Haus reibt. Und noch vieles mehr…

Als Heilmittel wird das Kraut bis heute unter dem Namen Johannisöl verwendet. Unter anderem bei Prellungen, blauen Flecken und Schnittwunden.

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